Joseph Haas (1875 – 1960): Ein Komponist zwischen Evolution und Avantgarde

Der Enkel des Komponisten Joseph Haas verbindet sein Referat mit Musikbeispielen und macht so Leben und Werk seines Großvaters lebendig, der  u.a. nach 1945 als Präsident den Wiederaufbau der Münchner Musikhochschule leitete und lange im Münchner Süden lebte.

portrait_joseph_haas

Seit 1920 war Joseph Haas Professor für Komposition und Kirchenmusik an der Akademie der Tonkunst in München; Von 1945 bis 1950 leitete er den Wiederaufbau der Musikhochschule als deren Präsident. Heute sind seine Werke nicht mehr oft im Konzertsaal zu hören. Während bei der Großelterngeneration seine Werke noch landauf, landab aufgeführt wurden und sich bei Kunstkennern und Laien großer Beliebtheit erfreuten, scheint er heute nicht mehr das Interesse zu finden, das seine Kompositionen wegen ihrer Qualität und Originalität durchaus verdienen.

Vielleicht liegt es daran, dass er nie zur Avantgarde zählte, dass die Aufführungen seiner Werke keinen Skandal heraufbeschworen, außer manchmal Störungen durch Missfallenskundgebungen regimetreuer Theater- und Konzertbesucher während der nationalsozialistischen Herrschaft.

Dennoch ist er mit der Avantgarde verbunden; 1921 gründete er mit Paul Hindemith, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband, und Heinrich Burkard die Donaueschinger Kammermusikfeste für Neue Musik. Hier zeigt sich seine Aufgeschlossenheit gegenüber allem Neuen und seine Toleranz in musikalischen Dingen.

In Pullach wurden vor einigen Jahren durch den Pullacher Singkreis das Weihnachtsliederspiel „Christnacht“ und das Volkslieder-Oratorium „Das Jahr im Lied“ aufgeführt.