Erinnerungszeichen James M. Greene

Am 19. Juli 2019 wurde von der „Koordinierungsstelle I Erinnerungszeichen“ beim Stadtarchiv München das Erinnerungszeichen für James M. Greene in der Rungestraße in Solln aufgestellt. Dabei sprachen u.a. der Münchner OB Dieter Reiter und die Pullacher Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund sowie Angehörige.

Vergessene Kriegsverbrechen
Am 19. Juli 1944 bombardierte die US-Luftwaffe mit zahlreichen Flugzeugen vor allem Betriebe mit Rüstungsproduktion. Betroffen waren im Isartal daher auch die Firmen Linde und Elektrochemische Werke in Höllriegelskreuth, die Treibstoffe für die Raketen V1 und V2 sowie für U-Boote herstellten. Bei dieser Aktion wurden US-Flugzeuge abgeschossen – eines im Gebiet Münchner Süden/Isartal, das in den Forstenrieder Park stürzte. Ein Teil der Besatzung konnte sich retten und landete in Solln, Neuried und Pullach. Der Flieger James M. Greene kam an der Stadtgrenze zwischen München-Solln und Pullach auf den Boden (nahe beim Haus der Armen Schulschwestern). Er wurde sogleich von der Pullacher NSDAP – von Ortsgruppenführer Gradl und zwei weiteren Männern – verfolgt und grausam ermordet.

Dies war allerdings kein Einzelfall. Zahlreiche Flieger wurden zu dieser Zeit auf geheimen Befehl der NS-Führung – entgegen allen Regularien des Völkerrechts zum Umgang mit Kriegsgefangenen – ermordet. Die zeitgeschichtliche Forschung hat mittlerweile das Thema aufgegriffen und spricht von „vergessenen Kriegsverbrechen“.

Links
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/solln-pullach-ich-fuehle-mich-geehrt-und-ueberwaeltigt-1.4532265

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/landkreismuenchen/zweiter-weltkrieg-gemeinsames-gedenken-1.4532577

Rede von Bürgermeisterin S. Tausendfreund zur  Erinnerungsstelle für James M. Greene:
https://www.pullach.de/rede-zur-eroeffnung-der-erinnerungsstele-fuer-james-greene/